Technik

 

Technik - die kurze Rubrik, die ein Bauteil Ihrer Uhr erklärt

Heute: Uhrmacher, was heißt das? 

Viele fragen sich bei der Nennung des Berufes, ob man da denn was zu tun habe. Wer läßt denn seine Uhr noch reparieren? Und kann man denn da was reparieren?

Es stimmt, es ist lange her, daß ein Uhrmacher wirklich noch Uhren gemacht hat. Heute bezeichnet man ihn schon Mal häßlich als Teiletauscher, was im entfernten Sinne auch oft nicht falsch ist. Seit es vor einigen Jahren aber ein Wiederbeleben der mechanischen Uhr gab, hat das Ansehen des Uhrmachers wieder gewonnen. Lohnt es sich doch eher, eine Uhr zu pflegen, deren Neupreis leicht im vierstelligen Bereich liegt.

Wie sieht nun die Arbeit eines normalen Uhrmachers aus?

Werktisch 2Die hier beschriebene Arbeit ist nur ein Teil des kompletten Arbeitsbereiches eines Uhrmachers. Je nach Arbeitgeber sind von den möglichen Bereichen wie Großuhren, Taschen- oder Armbanduhren, antike Reparaturen bis hin zur Anfertigungen defekter Teile Bestandteil des regulären Arbeitstages. Es ist durchaus möglich, daß Kenntnisse zu allen Arbeiten vom Arbeitgeber erwartet werden. Nicht zu vergessen die Tätigkeit im Verkauf eines Einzelhändlers, die dem Uhrmacher wieder zusätzliche Kenntnisse abfordert.

Hier nun zwei mögliche Arbeitsabläufe.

Der Reparaturvorgang beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem die Uhr auf dem Tisch des Uhrmachers landet, in dem er schaut, was der Kunde an der Uhr bemängelt. Diese Angaben werden nun so weit wie möglich nachvollzogen und kontrolliert, wie auch der Rest der Uhr kontrolliert wird. Dazu ist es oft schon nötig, die Uhr zum Teil zu zerlegen. Das Werk wird aus dem Gehäuse genommen, wenn nötig auch noch weiter zerlegt. Ist kein Kostenvoranschlag gefragt, kann nun mit der Reparatur gleich begonnen werden. Oft sind nur Teilarbeiten nötig, wenn zBsp. Krone oder Glas beschädigt sind oder die Uhr wasserdicht gemacht werden soll. Sind die Teile im eigenen Lager vorhanden, werden sie ausgetauscht und die Uhr kann wieder zusammen gesetzt werden. Eine Reinigung des Gehäuses und des Bandes sind vor dem Zusammenbau schon erfolgt und die Uhr wird abschließend überprüft, oft mit einem Probelauf, der über mehrere Tage geht. Die Uhr kann nun wieder abgegeben werden.


Bei einer kompletten Revision wird das Werk soweit wie nötig zerlegt und alle Teile werden in ein Körbchen gelegt. Bis zu drei Körbchen, also drei Uhren, werden von den meisten Reinigungsmaschinen gleichzeitig gereinigt. Alle Teile werden nach der Reinigung penibel auf Verschleiß, Beschädigung oder Rost untersucht. Fehlerhafte Teile werden ersetzt oder wenn möglich bearbeitet, so daß sie wieder ihren Dienst erfüllen können. Das Zusammenbauen erfolgt nun in der vom Hersteller empfohlenen Art und Weise.

Dies betrifft auch jetzt schon den Einsatz von verschiedenen Ölen und Fetten, die in einer bestimmten Reihenfolge und Menge angewendet werden müssen. Äußerste Sauberkeit und die ständige Kontrolle dieser Sauberkeit (Fussel sind immer eine Gefahr) bestimmen den Ablauf. Einzelne Funktionen werden nach deren Fertigstellung überprüft, so daß nach Beenden des Zusammenbaues das Werk wieder voll funktionsfähig ist. Das Werk wird in das gesäuberte Gehäuse eingesetzt und einige Tage lang auf alle Funktionen kontrolliert.
Je nach Werkstatt sind die Aufgaben der Ersatzteilbeschaffung, der Gehäusereinigung und –reparatur, der Erstellung eines Kostenvoranschlages, der Auspreisung der Arbeiten, der Reparaturannahme und –abgabe, der Reparatureinteilung und der Endkontrolle Teil der Arbeit des Uhrmachers.
Je größer die Werkstatt, um so eher werden diese Arbeiten von verschiedenen Mitarbeitern übernommen.


Gearbeitet wird mit beiden Händen mit der Hilfe einer Vielzahl von verschiedenen Werkzeugen. Allbekannt ist die Pinzette, die zum Halten der kleinen Teile unbedingt nötig ist. Hier gibt es schon mindestens zwei verschiedene Versionen, eine kräftige zur normalen Arbeit und eine sehr feine zum Beispiel für die Arbeiten an der feinen Spiralfeder. Weitere Spezialpinzetten übernehmen wieder andere Aufgaben. Die Augen werden unterstützt durch verschieden starke Lupen, die entweder vom Auge fest geklemmt werden, mit einem Bügel an der Brille, oder mit einer flachen Feder um den Kopf gespannt werden.
Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem Bedarf an Werkzeug für die Reparatur von Armbanduhren:


2 Pinzetten
2 Lupen
10 Schraubenzieher
3 Ölgeber
mindestens 5 Öle/Fette
3 Stifte zum Zeigersetzen
Haltestift (Stiftenkloben) für Stege/Wellen
Schleifstein für die Schraubenzieherklingen
2 Haltevorrichtungen zum Halten der Werke
2 Gehäuseöffner
Gerät zum Verschließen der Gehäuse
diverse Feilen
diverse Zangen

 

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