Rundbrief 06 - 2018


HERZLICH WILLKOMMEN ZU MEINEM RUNDBRIEF IM JUNI

Plagemann

Momentan sind wieder ein paar interessante Angebote von Privat gekommen.

Eine Uhr aus dieser Rubrik stelle ich Ihnen im neuen Newsletter vor.


Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

es grüßt Sie
Uhrmachermeister Plagemann

 

 

Sinn – Der Navigationschronograph 903

SINN 903 St B EDie Geschichte des Rechenschieber-Chronographen beginnt in den 1950gern in der Schweiz und dauert bis heute an. Seit einer für die Uhrenwelt wirtschaftlich schweren Zeit Ende 1970, kommt es zu der kuriosen Situation, dass Helmut Sinn dieses Modell gleichzeitig mit einer anderen großen Uhrenmarke teilt und anbietet. Noch heute gibt es bei beiden Firmen diese Uhren, die auch weiterhin zu den erfolgreichen Uhrenmodellen in der jeweiligen Kollektion zählen.

Die 903 bietet über einen innendrehbaren Ring die Funktion eines Rechenschiebers an, mit dem diverse Rechenfunktionen ausgeführt werden können. Mit ihm kann man Zeiten bestimmen, Entfernungen und Kraftstoffverbrauch errechnen und das Steigen und Sinken eines Flugzeuges. Sodann lassen sich Seemeilen und englische Meilen, sowie Kilometer entsprechend umrechnen. Diese Umrechnungen waren zu Zeiten, in denen es den Computer noch nicht gab, willkommene Helfer des Piloten.

Heutzutage ist das Bedienen eines Rechenschiebers etwas für Liebhaber, für alle anderen sieht die Uhr einfach nur technisch interessant aus und sie sieht optisch sehr attraktiv aus, egal in welcher Version. Zu bekommen ist sie in einem tiefblauen Zifferblatt mit farblich abgesetzten Indices und Zeigern in Elfenbein. Die zweite Version ist die klassische Variante in schwarz/weiß. Wobei es richtiger Weise nicht weiß, sondern ein Silberton ist, in dem die kleinen Hilfszifferblätter bei beiden Modellen gehalten sind.

Das Datum ist dezent zwischen 4 und 5 Uhr versteckt, aber dennoch gut ablesbar. Durch einen Sinn-eigenen Umbau ist der Minutenzählzeiger auf die 3 Uhr-Position gerutscht und gibt der Uhr ihr so typisches Gesicht. Ein Glasboden gibt den Blick frei auf das wunderschön verzierte Werk mit den gebläuten Schrauben.

Das Gehäuse ist 10 bar druckfest, unterdrucksicher und beidseitig mit entspiegelten Saphirgläsern ausgestattet. Die Bedienung des Rechenschiebers erfolgt über eine weitere Krone bei 10 Uhr. Wie immer haben Sie die Wahl zwischen diversen Lederbändern oder dem feingliedrigen Metallband mit der Schmetterlingsfaltschließe.

Ab 2850.- €

 

Casio – Qualität aus dem Land der aufgehenden Sonne

GShockDie Kollektion von Casio umfasst in meinem Angebot zwei Segmente, die zwar nicht unterschiedlicher sein könnten, aber dennoch gut zu vereinbaren sind.

Mit der äußerst robusten G-Shock Kollektion verbinden die japanischen Entwickler zuverlässige Uhrentechnik mit einem stabilen Gehäuse und optischer Stilechtheit. Die Uhren signalisieren mit dem fast provozierenden Auftreten aber genau das, was sie auch einhalten.

Egal, ob mit dem Allradfahrzeug durch die entlegensten Gebiete, mit der Kettensäge im heimischen Wald oder bei der Tour auf dem Mountainbike, die G-Shock macht alles mit.

 

tororosso

Sehr viel gediegener kommen die Uhren aus der Edifice-Kollektion daher. Zwar immer noch sehr robust, sind sie doch eher für die weniger anstrengendere Freizeit bzw. sogar für den Anzug mit Krawatte geeignet. Heute stelle ich Ihnen ein Modell vor, das die Freunde der Formel 1 interessieren könnte.

Die Sonderedition mit Scuderia Toro Rosso hat viele Attribute der Rennwagen übernommen.

Das Zifferblatt ist aus Karbon und farblich spannend mit wechselnden Farben in blau über gelb bis rot gehalten.

Die ionisierte Lünette gibt dem Zifferblatt den klaren Rahmen zum Stahlgehäuse, an dem ein Kautschukband mit einem Reifenprofil den letzten Hinweis auf den Motorsport gibt.

Mit einem Datum versehen und einer Stoppfunktion ist sie auch Dank der 10 Bar Abdichtung eine praktische Uhr.


Also: Uhr umschnallen und los geht es zum nächsten Abenteuer.

 

Sinn – mal hinter die Kulissen geschaut

SinnFührung 2018 2Am 16. Mai haben interessierte Kunden die Chance genutzt und an einer Werksführung durch die Firma Sinn Spezialuhren teilgenommen.

Neben den Blick in die einzelnen Abteilungen bekam man fachkundig viele Details aus dem Entstehungsweg einer Uhr erläutert. So bekam man unter anderem erklärt, wie aus einer Handskizze eines Feuerwehrmannes eine Uhr entstand, die äußerst nützliche Funktionen für diesen Berufsstand besitzt und unter anderem damit den Namenszusatz >Spezialuhren< im Sinn-Logo begründet.

Nach gut zwei interessanten Stunden waren viele Fragen beantwortet, Eindrücke und Erkenntnisse gewonnen worden.

 

 

Von Privat – der außergewöhnliche Wecker von Jaeger

Jaeger 1Es gibt sie noch, die Wecker mit Stil und Klasse. In dieser Welt von Plastik und Wegwerfen sind hochwertige Wecker ein seltener und deswegen erfreulicher Anblick.

Der hier angebotene Wecker stammt aus dem Hause Jaeger LeCoultre, wobei auf dem Zifferblatt nur Jaeger steht.

Das Werk Kal. 240 ist hochwertig und hat ein paar technische Leckerhappen.

Mit einem Aufzug läuft das Werk ganze acht Tage lang. Mit Hilfe einer schwarz/weißen Scheibe unter dem Stundenzeiger ist die Uhr im 24-Stunden-Rhythmus einstellbar.

Das ist auch nötig, denn die Weckzeit kann man über eine Drehscheibe im oberen Bereich des Ziffernblattes auch auf einer 24-Stundenbasis einstellen.

Das ist äußert selten, denn die meisten Wecker kennen keinen Unterschied zwischen 10 Uhr und 22 Uhr. Praktisch ist eine weitere Eigenheit, besonders für denjenigen, der immer zur selben Zeit aufstehen möchte.

Der Wecker weckt Sie für die vollen acht Tage der Laufzeit jeweils zur selben eingestellten Uhrzeit. Sie müssen dazu nichts weiter machen, als jeden Morgen den Wecker läuten lassen.

Er hört nach einer gewissen Zeit auf und wartet dann 24 Stunden bis zum nächsten Läuten.

 

Jaeger 2

Hier die Daten:

Marke: Jaeger (Jaeger LeCoultre)

Gehäuse/Durchmesser: Metall, vergoldet / 75mm

Glas: Kunststoff

Werk/Zustand: Handaufzug / gute Gangwerte, Note 2

Zifferblatt/Zeiger: vergoldet / mit Leuchtmasse

Kaufdatum: unbekannt

Zustand: wenige altersbedingte Spuren

Besonderheiten: 8-Tage-Werk

Zubehör:   Original-Box

Wert: 790.- €

 

Technik

 

Technik - die kurze Rubrik, die ein Bauteil Ihrer Uhr erklärt

Heute:
Die Spiralfeder

UnruhDie Spiralfeder ist ein Teil der Unruh und daher immens wichtig. Manch Hobbyuhrmacher hat diesen „Fussel“ rausziehen wollen und damit der Uhr aber den Garaus gemacht.

Wie der Name schon sagt, ist die dünne Feder aus Flachdraht wie eine Spirale auf einer Ebene gewunden und ist in der Mitte an einer kleinen Rolle verstiftet oder verklebt/vernietet. Diese Rolle wird auf die Unruhwelle gesteckt und bietet somit einen festen Punkt.

Das äußere Ende der Spirale wird über das Spiralklötzchen mit dem Unruhkloben verbunden. Durch diese beiden festen Punkte kann die Feder nun die Unruh Antreiben und Begrenzen. Die eigentliche Kraft kommt allerdings über den Anker zur Unruh und lässt die Unruh in eine Richtung drehen.

Am Ende dieser Drehung bietet nun die Spiralfeder der Unruh einhalt, in dem sich die Feder zusammen gezogen oder auf der anderen Seite ausgedehnt hat. Dadurch baut sich in der Feder eine Kraft auf, die wiederum die Unruh zurücktreibt.

Auf diesem Weg zurück kommt die Unruh erneut am Anker vorbei und bekommt nun einen weiteren Impuls für die nächste Wiederholung. In der Mitte dieser Drehbewegung ist eine spannungsfreie Position vorhanden.

Von oben betrachtet zieht sich die Spirale zusammen oder öffnet sich, was gerne als Atmen beschrieben wird. Dieses Atmen sollte natürlich schön gleichmäßig sein und wie erwähnt auf einer Ebene erfolgen. Auch wenn der Stahl sehr fest ist, so kann er dennoch verbogen werden, was so manchen Uhrmacher schon in die Verzweiflung gebracht hat.

Die Umgänge können zu nah bzw. zu weit auseinander sein oder in der Horizontalen verbogen sein. Teils mit zwei Pinzetten gleichzeitig geht nun der Uhrmacher an die Ausrichtung, um solche Fehler zu korrigieren. In meiner Lehre in der Uhrmacheschule Pforzheim, war dies ein extra Unterrichtsfach mit einem sehr erfahrenen alten Meister. Das Richten einer Spirale erfordert viel Umsicht und Erfahrung – und ruhige Hände. Denn die Drahtstärke einer Spiralfeder kann zum Beispiel 0,09 (Höhe) mal 0,018 (Stärke) Millimetern betragen, da ist das menschliche Haar in der Regel viel dicker.

Bereits 1675 von Christiaan Huygens entwickelt, ist diese Methode immer noch in Verwendung. Einzig das verwendete Material variiert inzwischen und ist nicht mehr zwingend aus Stahl. Der war früher sehr weich und anfällig für Temperaturschwankungen und Magnetismus. Das hat man 1931 mit dem Nivarox-Stahl (Nicht variabel oxydfest) sehr gut in den Griff bekommen. Hier ist keine Erschlaffung des Stahles vorhanden, sowie keine Anfälligkeit bei den beiden bereits genannten Problemen.

In den letzten Jahren sind erfolgreich Neuentwicklungen mit dem Siliziumwerkstoff auf den Markt gebracht worden. In der Richtung wird sich sicher noch einiges ergeben.

Eine Variante der Spiralfeder wurde 1795 von Abraham Louis Breguet entwickelt. Er bog das äußere Ende der Spirale über den Körper der Spirale und erreichte dadurch signifikante Verbesserungen im Gang der Uhren. Die Art der Feder ist aber sehr aufwändig, denn das Hochbiegen der Endkurve ist sehr kompliziert. Heute sind durch die modernen Materialien die Breguet-Spiralen nicht mehr zwingend nötig, sondern eine technische Raffinesse hochwertiger Uhren.

Newsletter erhalten

Kurz und knapp möchte ich Sie einladen, Ihren Alltag für einen Moment zu unterbrechen und in die schöne Welt der Uhren einzutauchen.

Sie erfahren Interessantes aus der Werkstatt oder was es Neues in unserer Uhren-Vitrine zu entdecken gibt.

Hin und wieder werde ich mich daher melden, denn auch wenn die Uhren die Zeit nicht langsamer machen können, so schaffen sie es doch immer wieder, sie schön und interessant zu präsentieren.

Lust bekommen?  Einfach anmelden:

Durch die Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und anklicken auf den Button Abonnieren, erklären Sie sich einverstanden den Newsletter von Uhrmacher Plagemann mit Informationen rund um Thema Schmuck und Uhren zu erhalten. Ihre Daten werden nur zum Versenden des Newsletters mit Sorgfalt behandelt, gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben. Eine Abmeldung ist jederzeit möglich.