Rundbrief 10 - 2020


PlagemannHerzlich Willkommen zu meinem Rundbrief im Oktober 2020

Von ganz neu bis altehrwürdig gehen heute die Artikel, die ich für Sie geschrieben habe.
Die Taucheruhr ist zwar nicht mehr ganz gemäß der Jahreszeit, aber der letzte Text über die Repetitionstaschenuhr passt schon eher in diese Tage, die ja wieder kürzer werden.

 

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!


ES GRÜSST SIE
Uhrmachermeister Plagemann



 

Sinn – 856 B-Uhr

SINN 1736 I4N

Uhren mit diesem Namen sind für die Navigation gedacht, wobei das „B“ dem Begriff „Beobachtungsuhr“ zuzuordnen ist. Damit verbunden ist auch die Optik des Zifferblattes, das charakteristische Züge aufweist. Der Minutenzeiger ist groß und deutlich auf einem klaren Ring mit deutlichen Indices und wie hier großen, arabischen Zahlen abzulesen. Der Stundenzeiger dagegen ist bei der Navigation zweitrangig und daher kleiner und auf einer eigenen Skala abzulesen. Hier ist man bei Sinn noch einen Schritt weiter gegangen und hat den beiden Zeigern auch eine eigene Farbe zugeordnet. Der Stundenzeiger ist weiß, wogegen die Minute und die dazugehörigen Ziffern eine elfenbeinfarbene Belegung bekommen haben. Das Gehäuse der 856 ist Dank der Tegiment-Technologie© besonders kratzfest. Das Saphirglas, die Ar-Trockenhaltetechnik und die Abdichtung auf 20bar und ein Magnetfeldschutz von bis zu 80.000 A/m schützen darüber hinaus hervorragend das Werk. Das ohnehin zuverlässige SW300-1 von Sellita kann dadurch in aller Ruhe seinen Dienst versehen. Momentan ist die Uhr mit dem markanten Kalbslederband mit der Unterlage versehen. Sie kann aber auch mit einem Metallband oder jedem anderen Band überreicht werden. Diese auf 856 Stück limitierte Uhr ist wahrlich etwas Besonderes.

Preis ab 1590.- €

Näheres unter www.sinn.de

  

 

Michel Herbelin – Rund? Eckig?

MH 16905 15BLWeder noch! Diese Gehäuseform passt in keine vorgegebene Schublade und ist dadurch wunderschön anders. Mit einer Größe von 36x36mm ist sie leider mehr eine Damen- als eine Herrenuhr, wobei wir Herren den Damen durchaus auch schöne Uhren gönnen. Denn dies beherrschen die Designer vom Französischen Familienbetrieb hervorragend. Das Pariser Flair findet sich in der gesamten Kollektion und auch hier in diesem Modell wieder. Die City-Linie ist elegant und flach und trotzdem mit einem Saphirglas und einer Abdichtung von 3bar gut gerüstet. Sie haben die Wahl zwischen einem leicht beigen Zifferblatt und einer Version in blau oder grün. Die beiden letzteren Farben sind leicht verlaufend und somit unterschiedlich in der Nuance. Ob ein passendes Lederband oder das Milanaise-Stahlband gewählt wird, schick aussehen wird die Uhr auf jeden Fall.

Preis 359.- € (mit 19% MwSt, momentan also entsprechend günstiger)

Näheres unter www.michel-herbelin.de

  

 

Abeler & Söhne – Unser täglich Uhr..

SINN 1736 I4N

Es gibt Uhren, die man täglich anziehen kann und sie passen immer und überall. Es ist, als ob mir eine Sorge oder eine Überlegung am Morgen erspart werde, wenn es immer die eine Uhr sein kann, die noch kurz vor dem Frühstück übergestreift wird.

Sie macht was sie soll, ohne groß nach Aufmerksamkeit zu schreien. Problemlos Dank der Präzision des Schweizer Quarzwerkes und Dank der Robustheit von Gehäuse und Saphirglas. Kleine Details wie das Dreieck der Leuchtmasse bei 12Uhr auf dem Zifferblatt und die rote Spitze des Sekundenzeigers geben der Uhr das nötige Extra, das sie aus der Masse hervorhebt. Somit (er)lebt sie mit mir jeden Tag auf das Neue.

Lebenswert – so ist passenderweise die Seite im Prospekt überschrieben, auf der diese Uhrenlinie präsentiert wird.

Preis 289.- € (mit 19% MwSt, momentan also auch entsprechend günstiger)

Näheres unter: www.abeler-soehne.de

 

Angebot von Privat - Guinand – ein Chronograph

SINN 1736 I4N

Der Kenner weiß, dass hinter dem Französischen Namen die ehemalige Firma vom Helmut Sinn steckt. Damit kann man sicher sein, dass die Uhr sauber verarbeitet ist und den klaren Stil des Firmengründers verfolgt.

Die ungewöhnliche Lünette verleiht der Uhr ein markantes Gesicht, während sie griffig, aber nicht scharfkantig ist. Der Glasboden gibt den Blick auf das bekannte Antlitz des Valjoux 7750 in der fein dekorierten Variante frei.

Der Zustand vom Gehäuse und Werk ist sehr gut. Hier sucht man vergebens nach Kratzern oder anderen Tragespuren.

Sinn 156 2
Hier die Daten:

Marke: Guinand

Modell: 40.50 SFL

Gehäuse/Durchmesser: Edelstahl / 41 mm

Glas: Saphir

Wasserdichtigkeit: 20bar

Band: Original Lederband

Werk/Zustand: Valjoux 7750  / sehr gut

Sinn 156 2Zifferblatt/Zeiger: schwarz und weiß / schwarz mit Leuchtmasse

Kaufdatum: 7-2018

Zustand: sehr gut

Besonderheiten: Glasboden

Zubehör:  Box und Papiere

Wert:  1250.- €

 

 

Technik – kurz und knackig

 

Technik - die kurze Rubrik, die ein Bauteil Ihrer Uhr erklärt

Heute:  Taschenuhr mit Repetition und Chronograph

Repetitionstaschenuhr 1Zu Zeiten, als man das Licht noch mit dem Zündholz angemacht hat, war das Ablesen der Uhrzeit in der Dunkelheit ein schwieriges Unterfangen. Aus diesem Grund hat man die Uhren dazu gebracht, die aktuelle Zeit akustisch hörbar zu machen. Was bei der Standuhr keine Besonderheit darstellt, war bei einer Taschenuhr schon nicht mehr so einfach. Aber der findige Uhrmacher Edward Barlow hat bereits 1686 eine Taschenuhr mit Repetition erbaut. Das Prinzip der Idee wurde fortan weiterentwickelt und funktioniert heute so.

In der Uhr schlagen kleine Hämmer die Anzahl der Viertelstunden und der Stunden auf einer, bzw. zwei Tonfedern. Zur Unterscheidung der jeweiligen „Ansage“ wurden unterschiedliche Töne und eine Tonfolge erzeugt. Bei den hochwertigeren Uhren werden sogar die Minuten noch angegeben. Dabei werden erst die vergangenen Stunden, dann die Anzahl der Viertelstunden und zum Schluss die Minuten der Viertelstunden geläutet.

Die Uhrzeit 10:36 Uhr ist also zehn Mal „bing/bong“, dann zwei Mal „bong“ und sechs Mal „bing“.
Lange Zeit war diese Komplikation wirklich etwas Besonderes. Mitte 1800 jedoch wurden sehr viele Werke maschinell gebaut und oft mit einem Stoppsekundenzeiger kombiniert. Eine solche Uhr möchte ich Ihnen heute vorstellen, bzw. die Reparatur erläutern.

Repetitionstaschenuhr 2Viele, teils mehrere hundert Teile wurden präzise hergestellt, damit sie perfekt miteinander harmonieren. Durch einen Drücker oder Schieber wird der Vorgang aktiviert, bzw. eine separate Zugfeder gespannt und diese läuft anschließend rasch ab. Durch einen Windfang wird die Ablaufgeschwindigkeit kontrolliert. Diesen sehen Sie oben mittig/links, kreuzartig gestaltet. Man kann die flachen, runden Scheiben erkennen, die durch die Fliehkraft nach außen gedrückt werden. Der Drücker/Schieber hat beim Betätigen gleichzeitig einen Hebel an ein zentral gelagertes Schaltorgan geführt. Dort tastet er die aktuelle Uhrzeit ab, ähnlich wie bei einem Regulator mit einem Rechenschlagwerk. Dazu sind unterschiedlich geformte Scheiben da, die sich mit dem Stunden- und Minutenzeiger drehen. Am prägnantesten ist die Minutenstaffel, die aussieht wie ein Propeller deutlich sieht man, dass die vier Arme kleine Treppenstufen entlang der Kante haben. Damit kann oben genannter Tasthebel „ablesen“, wieviele Minuten vergangen sind.

Die Stunden- und Viertelstundenzahl werden ebenfalls an schneckenförmigen Scheiben ertastet. Auf dem Bild mit dem montierten Werk ist unten der große Hebel mit dem eckigen Klotz zu erkennen, mit dem der Vorgang aktiviert wird. Dieser große Hebel geht links an dem mittig gelagerten Stundenrad vorbei. Seine Verzahnung an der linken Seite spannt dabei die Zugfeder und eine Reihe von kleinen, verzahnten Scheiben und Hebel werden dann beim Zurücklaufen des Hebels so bewegt, dass die Hämmer an die Gongstäbe schlagen. Leider sind die Gongstäbe nicht auf den Bilder zu finden. Die kreisförmig gebogenen, circa 1 mm starken Drahtstäbe, legen sich rund um das Werk zwischen Werk und Gehäuse. Die Gongstäbe sind dazu fein abgestimmt und tönen in einem glockenhellen Klang.

Diese Uhr ist zudem noch mit einem Chronographen ausgestattet, der jedoch nur die Sekunden misst. Dessen gesamte Technik ist auf der Zifferblattseite zu finden und jetzt nicht sichtbar. Die Teile sind jedoch auf dem Bild mit dem teilzerlegten Werk zu sehen.

Alles in allem ist das Instandsetzen eines solchen Werkes auch für einen erfahrenen Uhrmacher immer wieder eine Herausforderung und etwas Besonderes. Bis die ganze Schlagfolge wieder macht was sie soll, können viel Zeit und viele Nerven vergehen. Aber das Ergebnis ist ein wahrer Hörgenuss!

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