Rundbrief 02- 2018


HERZLICH WILLKOMMEN ZU MEINEM RUNDBRIEF IM FEBRUAR


PlagemannIn den dunklen Monaten ist das Ablesen der Uhrzeit wegen der schlechten Lichtverhältnisse oft ein länger dauerndes Unterfangen. Optimale Ablesbarkeit ist sicher mit der Größe der Zeiger und dem Kontrast zum Zifferblatt mal besser und mal weniger optimal. Luminox hat die Leuchtkraft der Zeiger derart erhöht, dass man es mitunter kaum erwarten kann, dass es wieder dunkel wird. Lesen Sie unter anderem dazu mehr im Artikel.


Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

es grüßt Sie
Uhrmachermeister Plagemann

 

 

Sinn U1 – das U-Boot für das Handgelenk

SINN U1Camouflage KDie Verwendung von U-Boot-Stahl für den Bau eines Uhrengehäuses löste 2005 zusammen mit dem markanten Stil der U1 das ein oder andere Ahh und Ohh aus. Exakt aus der Stahllegierung, aus der die U-Boote der Klasse 212A der Deutschen Marine entstehen, werden nun Uhren vom Deutschen Uhrenhersteller Sinn gefertigt.

Die Ingenieure aus Frankfurt nahmen sich derzeit vor, eine Taucheruhr zu entwerfen, die in allen Aspekten den Elementen trotzen sollte. Da das Gehäuse einer Uhr nun die erste Hürde jener Elemente ist, obliegt dem Material viel Verantwortung.

So wurde die Widerstandsfähigkeit gegenüber Seewasser mit der Verwendung von U-Boot-Stahl drastisch erhöht. Gleichzeitig brachte das Material eine hohe Amagnetische Güte ohne Restmagnetismus mit sich, das wiederrum den Werken zu Gute kommt. Dazu mehr im Technik-Abschnitt.

Mit 44mm-Durchmesser ist die Uhr recht kräftig. Genau dieses wuchtige Auftreten wurde aber kompromißlos weiter in andere Segmente der Uhr übertragen. So sind die Zeiger überaus kräftige Balken, kantig, gerade und schön.

Die große Fläche ist komplett mit Leuchtmasse belegt und bietet zusammen mit dem mattschwarzen Zifferblatt eine hervorragende Nachtsicht. Teile von allen Zeigern sind in rot gehalten. Dies hat den Hintergrund, dass des Nachts das menschliche Auge rot herausfiltert. Somit sieht man in der Dunkelheit nur die leuchtenden Teile der Zeiger und damit das Wichtigste.

Der für Taucher wichtige Drehring ist klar beschriftet und Dank einer besonderen Verschraubung als unverlierbar deklariert. Eine besondere Rastung durch leicht radial versetzte Rastkugeln macht das Drehen zu einer wahren Freude. Der Ring wurde zum besseren Schutz gegen Stöße und Kratzer mit der Sinn-eigenen Tegiment-Technik gehärtet und bleibt damit sehr lange wie neu.

Die Krone der Uhr ist übrigens auch aus U-Boot-Stahl und trotz der Größe durch die Verlegung auf die 4-Uhr-Position nicht störend. Am Arm liegt die Uhr sehr angenehm, trotz des Gewichtes von 113 Gramm (gegenüber der EZM3 mit 81 Gramm), besonders mit dem Silikonband. Das gibt es übrigens in verschiedenen Farben wie weiß, schwarz, rot oder grün. Ein Metallband aus U-Boot-Stahl ist natürlich auch möglich.

Die Wasserdichtigkeit ist zertifiziert nach der europäischen Tauchgerätenorm der DNV GL und mit 1000 Meter angegeben. So tief taucht kaum jemand, aber der Umkehrschluss daraus gibt dem Uhrenträger eine hohe Festigkeit aller Gehäuseteile. Das ist durchaus ein interessanter Aspekt. Was gibt es noch zu berichten? Saphirglas, unterdrucksicher und das SW 200-1 Automatikwerk sind Sinn-typische Attribute und somit (fast) normal.

Die U1 gibt es momentan in drei Versionen: ganz in Stahl und mit dem schwarzen Drehring oder in der limitierten Auflage von 500 Stück als U1 Camouflage. Hier ist das Zifferblatt im Fleckenmuster getarnt und die Uhr kommt im Set mit dem Silikonband in grün und dem Textilarmband in braun-oliv.

| Näheres unter www.sinn.de

 

 

Faltschließen – für die Lederbänder

Sinn SchmetterlingsfaltschließeDieses praktische Accessoire habe ich sehr gerne an meinen Uhren. Das An- bzw. Abschnallen der Uhr ist schnell und einfach erledigt und schont somit Nerven und Material.

Das Einhängen der Dornschließe in das entsprechende Loch verlangt nämlich eine gewisse Präzision und Geduld, die einem am frühen Morgen zum Teil noch nicht zugesprochen wurde. Was aber schlimmer ist, das ist der Verschleiß, der durch das Abknicken des Bandes zum Einfädeln des Dornes generiert wird.

Dort gibt es daurch häufig ein Aufreißen und Brechen des Leders. Diese Belastung nimmt eine Faltschließe dem Band ab und somit kann das Lederband länger getragen werden.

Die Faltschließen werden von den meisten Uhrenfirmen optional oder gar schon serienmäßig angeboten. Der Uhrenfreund kann aber eine solche Schließe auch ohne Firmeneindruck nachträglich an sein vorhandenes Lederband bekommen.

Dazu gibt es zwei Systeme, die man wählen kann. Es gibt die einarmige Version, bei der die Schließe ein Gelenk hat. Das hat bei manchen großen Händen den Nachteil, dass die Uhr etwas schwer über jene Hand gezogen werden muss.

Dagegen öffnet sich die Version mit zwei Gelenken, die sogenannte Schmetterlingsschließe, weiter auf und man hat somit weniger Probleme. Nun kann man noch zwischen Schließen mit einem Schnappverschluß oder welchen mit je einem Drücker seitlich an der Grundplatte wählen.Das ermöglicht ein leichteres Öffnen des Bandes, während die erste Art durch einfaches Ziehen geöffnet wird.

Welche Art Sie auch wählen, Sie werden bald von der bequemen Handhabung überzeugt sein und dieses praktische Zusatzteil nicht mehr missen wollen. Dadurch, dass eine Faltschließe oft aus verschleißarmem Stahl gefertigt ist, kann sie auch über mehrere Bänderleben benutzt werden.

 

 

Von Privat – Nomos Ludwig

Nomos Ludwig 2Hier biete ich Ihnen eine Nomos mit dem schönen Namen Ludwig an. Sie wird offeriert von einem Kunden, der die Uhr aus optischen Gründen abgeben möchte.

Er hat sich nun Mal in die Tangente verguckt. Die Nomos Ludwig ist ihm erst im August 2016 als Präsent seiner Firma überreicht worden und ist also noch in der Garantiezeit und ungetragen.

Sämtliche Hinweise auf den Arbeitgeber des Kunden wurden entfernt und die Uhr ist nun wieder eine reine Nomos. Mit anderen Worten: einfach nur schön!

Hier die Daten:

Marke: Nomos

Modell/Referenz: Ludwig / 253

Gehäuse/Durchmesser: Edelstahl / 40mm

Nomos Ludwig 2Glas: Saphir

Wasserdichtigkeit: 3bar

Band: Leder Cordovan

Werk/Zustand: Handaufzug Kal. Epsilon / sehr gute Gangwerte, Note 1

Zifferblatt/Zeiger: weiß versilbert / gebläute Balkenzeiger

Kaufdatum: 8 - 2016

Zustand: ungetragen

Besonderheiten: Manufakturwerk

Zubehör: Originalbox mit allen Papieren

Wert: neu 1400.- € jetzt 1100.- €

 

 

Von Privat - Luminox – F-117 Nighthawk

Luminox model img XADie Verwandtschaft dieser Objekte ist teils deutlich sichtbar, teils so unterschiedlich, wie es nur sein könnte. Die Uhr verdankt der Lockheed F-117 Nighthawk, dem ersten Tarnkappenflugzeug der US-Streitkräfte nicht nur den Namen. Dieses Flugzeug nutzte viele Kanten und Flächen zur Vermeidung von detektierbaren Abwärme- und Radarrückstrahlungen und hat daher ein sehr markantes Äußeres.

Genau diese Kanten und Flächen hat man der Uhr und dem Band auch gegeben und auch hier ist das Ergebnis äußerst attraktiv. Scheinbar wild durcheinander scheinen die Flächen im Band verteilt zu sein. Überall sind Flächen, wo man sonst gerne abgerundet hat. Dazu kommen die Ziffern in einer Schrift, die sehr an die Schablonenschrift vom Militär erinnert. Der Stahl von Gehäuse wie Band ist matt beschichtet in einem Anthrazit, das wunderbar in dieses Thema passt.

Die Uhr ist mit einem antireflexbeschichteten Saphirglas ausgestattet und einem zuverlässigen Schweizer Quarzwerk mit einer zweiten Zeitzone. Diese wird mit einem schlanken Zeiger auf einer 24-Stunden-Skala angezeigt. Dazu kommt die hervorragende Nachtsicht von Luminox, die für 25 Jahre garantiert wird.

Die kleinen Glasröhrchen leuchten auf dem Zifferblatt in gelb, während die Zeiger in der Farbe „Ice-Blue“ einen wunderbaren Kontrast geben. Während also das große Vorbild des Nachts möglichst unsichtbar bleiben möchte, ist die Uhr deutlich bestrebt, das Gegenteil zu bieten.

Auch sonst sind die Kontraste groß. Die Uhr wiegt 125 Gramm, während der Flieger 23.814 kg wiegen kann. Knapp 8500 kg Sprit benötigt der Flieger für 2110 km, aber die kleine Knopfzelle der Uhr leistet sicherlich für zwei Jahre ständige Funktionssicherheit. Für ein Exemplar der F-117 benötigt man knapp 122 Millionen Dollar, die Uhr kann für 1.320.- € Ihr Eigen sein.

| Näheres unter www.luminox.com

 

 

Technik

 

Technik - die kurze Rubrik, die ein Bauteil Ihrer Uhr erklärt

Heute:
Magnetismus

Zeitwaage 1Diese Gefahr für Uhren ist so alt wie die Uhren. Gerade in den Anfangsjahren war der Magnetismus für die Uhren ein allgegenwärtiger Feind. Die Spiralfedern „klebten“ dann gerne zusammen und die Uhr rannte somit stramm der Zeit voraus.

Auch in den anderen Stahlteilen der Uhren war der Magnetismus ein Störenfried. So hat man schon früh angefangen, sich dem Thema zu widmen, jedoch gelang es erst 1925 die ersten Armbanduhren erfolgreich abzuschirmen.

Dazu wurden die Werke mit einem weiteren Gehäuse aus Weicheisen in dem eigentlichen Gehäuse umgeben. Das Zifferblatt wird dafür verwendet, während der Werkhaltering und ein Innendeckel die anderen Seiten übernehmen.

Mitte des 20. Jahrhunderts kamen dann so bekannte Namen wie IWC Ingenieur oder Rolex Milgauss auf den Markt, während heute viele Marken damit punkten können. Die Frankfurter Firma Sinn benutzt dazu ein Gehäuse aus U-Boot-Stahl, der auch abschirmend wirkt.

Daneben gibt es weitere erfolgreiche Wege, wie zum Beispiel Teile der Hemmung aus nichtmagnetischen Materialien herzustellen. So werden Spiralfedern aus speziellem Stahl hergestellt oder gar aus Silizium oder Glucydur.

Zeitwaage 2Der Magnetismus macht sich bemerkbar, indem die Uhr schlechte Gangergebnisse bringt oder gar stehen bleibt. Mit dem Auge ist die Ursache nicht festzustellen, daher bleibt dem Uhrmacher immer nur, die neue Reparatur erst mal zu entmagnetisieren.

Oft zeigt die Uhr danach wieder ein gutes Gangbild und ist schon wieder bereit für den Kunden. Das Entmagnetisieren gehört jedenfalls zu jeder Reparatur dazu. Ein nachhaltiger Schaden bleibt zum Glück nicht übrig.

So richtig Nachvollziehen kann man selten, woher der Magnetismus in die Uhr kam. Da die heutige Welt durchsetzt ist mit Motoren und Elektronik, sind allerdings viele Gefahrenstellen vorhanden.

Da wären die Handys, Lautsprecher, vor allem Baßlautsprecher, Tablets, Verschlüsse vom Kühlschrank, die Klappe der Handtasche oder der Induktionsherd.

Es gibt sicher noch eine Menge weiterer Beispiele, die aber alle recht kleine Magnetfelder darstellen und nicht immer zu einem Problem werden müssen. Selbst kleinere Magnetfelder benötigen mindestens 60 Gaus, um einen Einfluss auszuüben. Und schon nach 5cm Abstand ist der Magnet schon nicht mehr in der Lage, Ihre Zeit durcheinander zu bringen. Als Beispiel sei ein Magnet im Mobiltelefon von 85 Gaus genannt oder der Magnet in der Handtaschenklappe von bis zu 120 Gaus. Wirklich schlimm sind die MRT-Geräte oder große Elektromotoren. Aber die hat man selten in der Wohnung stehen.


Erläuterungen

Bild oben: IWC-Taschenuhr direkt nach der Revision.

Bild unten: Selbe Uhr nach dem Entmagnetisieren, ohne jeweils reguliert zu haben. Deutlich zu sehen ist der Anstieg der Amplitude von 171° auf 262° Schwingungsweite der Unruh (Anzeige unten Mitte)

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